Song in Noten umwandeln mit KI: Partitur, Stimmen und MIDI im Praxistest
Ja, das geht direkt in Tunely: Öffne bei einem Song das Remix-Menü und wähl Noten & MIDI (Pro und Ultra, 6 Credits). Tunely zerlegt den Song in bis zu 12 Instrumentenspuren und notiert, was jedes Instrument spielt. Du bekommst eine Partitur und eine Stimme pro Instrument als PDF, MusicXML für MuseScore, Sibelius oder Dorico, ein Mehrspur-MIDI und die Instrumentenspuren als MP3. Bei unserem Testsong erkannte Tunely B-Dur und 98,1 BPM; die Partitur umfasst 9 Stimmen auf 7 Seiten. Sieh das Ergebnis als ersten Entwurf: Die Gesangsstimme war gut lesbar, dichte Begleitstimmen solltest du vor der Probe aber selbst durchgehen.
Eine Musiklehrkraft hat uns um zwei Dinge gebeten. Erstens: in einem langen Stück nur einen Teil ändern, indem man die Änderung einfach beschreibt. Zweitens, für den Fall, dass die KI es nicht hinbekommt: Noten, die man von Hand fertig arrangieren kann. Hier zeigen wir, was die Notenfunktion aus einem unserer eigenen Songs gemacht hat; alle Zahlen stammen aus genau diesem Durchlauf. Im letzten Abschnitt geht es um den ersten Wunsch: eine Stelle neu generieren, während der Rest exakt so bleibt, wie er war.
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Sommerregen
Der Song, den wir in Noten umgewandelt haben: deutscher Pop mit Klavier, Akustikgitarre und dezentem Schlagzeug
晚风慢一点 · vorher
Original, 0:58–1:30: Strophe 2 bis Refrain
晚风慢一点 · nachher
Gleiche 32 s; 1:06,8–1:21,1 mit Streichern neu
Der Test: „Sommerregen“ in Zahlen
Getestet haben wir mit „Sommerregen“, dem deutschen Popsong von unserer Startseite: Klavier, Akustikgitarre, dezentes Schlagzeug und eine Frauenstimme. Generiert wurde er mit „98 bpm“ in der Stilzeile. Damit hatten wir gleich einen guten Prüfstein dafür, ob wir das Tempo richtig messen.
| Merkmal | Ergebnis |
|---|---|
| MerkmalTonart | ErgebnisB-Dur |
| MerkmalTempo | Ergebnis98,1 BPM, konstant (vorgegeben waren 98) |
| MerkmalLänge | Ergebnis54 Takte im 4/4-Takt |
| MerkmalInstrumentenspuren | Ergebnis12 getrennt, 9 davon mit genug Tönen für eine Stimme |
| MerkmalPartitur | Ergebnis7 Seiten, DIN A3 |
| MerkmalRechenzeit | Ergebnisetwa 3 Minuten insgesamt, den größten Teil braucht die Trennung in 12 Spuren |
Die Gesangsstimme ergibt eine stimmige Melodie, nach der man singen kann. Die volleren Stimmen – Klavierakkorde, geschlagene Gitarre und Schlagzeug – sind ein Entwurf zum Korrigieren, nicht zum Vom-Blatt-Spielen.
Noch ein Wort zur Tonart: Tunely benennt sie, wie es im deutschsprachigen Raum üblich ist, also B-Dur. Englischsprachige Programme und Tutorials nennen dieselbe Tonart „B♭ major“; ihr B ist unser H.
Was du aus einem Song bekommst
Noten & MIDI funktioniert mit jedem Song in deiner Bibliothek. Ein Durchlauf liefert:
- Partitur (PDF): alle Instrumente untereinander, klingend notiert. Partituren mit mehr als acht Notenzeilen werden auf DIN A3 gesetzt, damit sie lesbar bleiben.
- Stimmen (PDF): das, was aufs Notenpult kommt. Jedes Instrument, das genug Töne spielt, bekommt eine eigene Stimme.
- MusicXML: lässt sich in MuseScore (kostenlos), Sibelius, Dorico und Finale öffnen. Dort korrigierst du Töne, ergänzt Dynamik und druckst deine eigene Fassung.
- Mehrspur-MIDI: eine Spur pro Instrument mit General-MIDI-Klang, das Schlagzeug auf Kanal 10. Weil das MIDI dem Tempo des Songs folgt, sitzen die Takte in der DAW genau auf der Aufnahme.
- Instrumentenspuren (MP3): bis zu 12 Stems – Gesang, Backgroundgesang, Schlagzeug, Bass, Gitarre, Keyboard, Streicher, Blechbläser, Holzbläser, Percussion, Synthesizer und Effekte.
- Alles (ZIP): die Notendateien in einem Paket – praktisch, wenn die ganze Band sie vor der Probe bekommen soll.
Warum die Taktstriche stimmen
Noten taugen nur etwas, wenn sie im richtigen Takt stehen. Bevor Tunely einen Ton notiert, ermittelt es deshalb direkt aus dem Audio, wo die Schläge und Taktanfänge liegen, und richtet jeden Ton daran aus, gerundet auf die nächste Sechzehntel.
Generierte Songs laufen nicht immer wie ein Metronom. Ein anderer Song von unserer Startseite zieht im Lauf von vier Minuten von 129 auf 130,5 BPM an. Die Taktstriche folgen den echten Schlägen, statt langsam zu verrutschen, und das MIDI enthält dieselben Tempowechsel. Legst du beides in die DAW, bleibt das MIDI synchron zur Aufnahme.
Langsame Songs sind eine typische Falle: In einer Ballade pulsieren die Achtel doppelt so schnell wie das eigentliche Tempo, und die automatische Tempoerkennung kann sich an diesem Puls festbeißen. Steht das Tempo in der Stilzeile eines Songs, entscheidet Tunely damit zwischen beiden. 「晚风慢一点」 wurde mit „slow 70 bpm“ erzeugt und steht in der Partitur bei ♩ = 67 in 60 Takten, nicht bei 133 in doppelt so vielen.
Das MIDI beginnt mit Takt 1. Hat ein Song ein Intro oder einen Auftakt vor der ersten Eins, zeigt Tunely in Sekunden an, wo der Song relativ zu Takt 1 einsetzt, damit du MIDI und Audio in der DAW passend ausrichten kannst.
Bevor die Noten aufs Pult kommen
Eine Transkription ist immer ein erster Entwurf. Auf diese Punkte solltest du zuerst schauen:
- Rhythmus: Die Töne werden auf ein Sechzehntelraster quantisiert. Swing und Triolen werden dabei zu geraden Sechzehnteln; swingt der Song, notierst du diese Stellen in MuseScore neu.
- Dichte Akkorde: Klavier und Streicher stehen als Akkorde da, mit Haltebögen, wo sich Töne überlappen. Das ist korrekt und spielbar, liest sich aber schwerer als eine von Hand gesetzte Stimme.
- Schlagzeug: alles in einer Stimme auf einem fünflinigen System (Bassdrum, Snare, Toms, Hi-Hat, Becken). Hände und Füße stehen also nicht, wie sonst üblich, in getrennten Stimmen.
- Übersprechen: Eine getrennte Spur enthält immer etwas von den anderen. In unserem Test „spielte“ die Bassspur auch Schlagzeug und Flächen mit. Tunely behält nur die Töne, die zum Instrument der Spur passen, aber ein verirrter Ton kann durchrutschen.
- Klingend notiert: Alles steht so da, wie es klingt. Stimmen für B- und Es-Instrumente wie Klarinette, Trompete oder Saxophon transponierst du im Notenprogramm.
- Oktavierte Schlüssel: Gitarre und Bass stehen in Schlüsseln mit einer kleinen 8 darunter. So bleibt alles klingend notiert, ohne dass ein Wald aus Hilfslinien entsteht.
So geht's, Schritt für Schritt
Am Handy genauso wie am Computer:
- 1. Öffne deine Bibliothek und such den Song.
- 2. Tipp auf ••• (am Computer auf Remix) und dann auf Noten & MIDI.
- 3. Tipp auf Noten erstellen · 6 Credits und lass die Seite offen. Es dauert 2 bis 5 Minuten, bei unserem Testsong etwa 3. Die Credits werden erst abgezogen, wenn die Dateien fertig sind.
- 4. Lade die Partitur, die Stimmen, MusicXML, MIDI oder alles als ZIP herunter. Die Instrumentenspuren findest du darunter.
- 5. Öffne das MusicXML in MuseScore, um die Noten zu korrigieren und auszudrucken. Öffnest du Noten & MIDI beim selben Song noch einmal, sind dieselben Dateien wieder da, ohne dass erneut Credits abgezogen werden.
Nur eine Stelle neu generieren – der Rest bleibt samplegenau gleich
Zurück zum ersten Wunsch: ein langes Stück behalten, aber zum Beispiel Minute 5 bis 7 neu generieren. In Tunely heißt die Funktion Stelle neu generieren; du findest sie im selben Remix-Menü (Pro und Ultra, 2 Credits):
- Wähl die Stelle: 10 Sekunden bis 2 Minuten, höchstens die Hälfte des Songs. Die Auswahl rastet an Taktstrichen ein und zeigt an, welche Takte sie umfasst.
- Schreib unter „Wie soll sich diese Stelle ändern?“ in deinen eigenen Worten und in deiner Sprache, was anders werden soll, etwa „Streicher dazu und Spannung aufbauen, gleiches Tempo“. Neuer Text ist optional.
- Tunely erzeugt zwei Varianten (das dauert etwa 2 Minuten) und behält die mit den saubereren Übergängen als neue Version deines Songs. Das Original bleibt in deiner Bibliothek erhalten. Das klappt auch bei Instrumentalstücken.
Warum einsetzen statt ersetzen? Beim Nachmessen der Rohausgabe zeigte sich, dass das Modell den ganzen Song neu erzeugt hatte. Außerhalb der gewählten Stelle stimmte diese Fassung nur schwach mit dem Original überein (Korrelation 0,46 bis 0,55). Deshalb übernimmt Tunely nur den neuen Abschnitt und setzt ihn dort ins unveränderte Original ein, wo beide Fassungen dasselbe spielen. Danach war alles außerhalb der Stelle samplegenau identisch mit dem Original.
Bei langen Stücken funktioniert das genauso. Songs über 8 Minuten sowie importierte und ältere Songs werden dafür als Ausschnitt mit etwas Musik vor und nach der Stelle bearbeitet und anschließend wieder eingesetzt. Auch ein 10-minütiges Stück ist also kein Problem, solange die Stelle, die du neu generierst, höchstens 2 Minuten lang ist.
Der Praxistest: der Pre-Chorus einer Mandarin-Ballade
Ausprobiert haben wir „Stelle neu generieren“ mit 「晚风慢一点」 („Abendwind, weh langsamer“), einer 3:37 langen Mandarin-Ballade aus unserer eigenen Bibliothek: sanftes Klavier, Nylonsaitengitarre, zarte Streicher und eine warme Frauenstimme. Gewählt haben wir den Pre-Chorus von 1:06 bis 1:22; die Anweisung haben wir auf Chinesisch eingetippt: 「加入弦乐,逐渐推高情绪,速度不变」, sinngemäß „Streicher dazu, Gefühl steigern, gleiches Tempo“. Beide Hörbeispiele oben auf dieser Seite beginnen bei 0:58. Du hörst also, wie es in die Stelle hineingeht, die neue Stelle selbst und wie es wieder herausgeht.
| Merkmal | Ergebnis |
|---|---|
| MerkmalAuswahl | Ergebnis1:06–1:22 gewählt, an den Taktstrichen eingerastet bei 1:06,8–1:21,1 |
| MerkmalAnweisung | ErgebnisAuf Chinesisch verstanden und in Vorgaben für diese Stelle übersetzt: anschwellende Streicher, eine allmähliche Steigerung, gleiche Tonart und gleiches Tempo |
| MerkmalStreicher an der neuen Stelle | ErgebnisEtwa 16 dB lauter als an derselben Stelle im Original (gemessen in der getrennten Streicherspur); davor und danach höchstens 2 dB Unterschied |
| MerkmalWas sich geändert hat | ErgebnisNur 1:04,5–1:23,0: die Stelle selbst plus eine kurze Überblendung an jedem Ende |
| MerkmalDer Rest des Songs | ErgebnisUnverändert: gleiche Länge (3:36,79), Korrelation der Wellenform mit dem Original 0,9999, Pegelunterschied 0,00 dB, kein Sprung an den Übergängen |
| MerkmalDauer und Kosten | ErgebnisEtwa 80 Sekunden bis zur neuen Version; 2 Credits |
Häufige Fragen
Kann KI ein Lied in Noten umwandeln?
Ja, als ersten Entwurf. Noten & MIDI macht aus einem Song in deiner Bibliothek eine Partitur und eine Stimme pro Instrument, als PDF und als MusicXML, das du in MuseScore, Sibelius oder Dorico weiterbearbeiten kannst. Bei unserem Testsong war die Gesangsstimme sauber lesbar; Akkorde, geschlagene Gitarre und Schlagzeug solltest du vor einem Auftritt durchgehen.
Gibt es eine KI, die einen Song in MIDI mit einer Spur pro Instrument umwandelt?
Ja. Noten & MIDI zerlegt den Song in bis zu 12 Instrumentenspuren (Gesang, Backgroundgesang, Schlagzeug, Bass, Gitarre, Keyboard, Streicher, Blechbläser, Holzbläser, Percussion, Synthesizer, Effekte) und erstellt daraus eine MIDI-Datei im Tempo des Songs: eine Spur pro Instrument, jeweils mit General-MIDI-Klang, das Schlagzeug auf Kanal 10.
Kann ich jede beliebige MP3 in Noten umwandeln?
Nicht direkt: Noten & MIDI funktioniert mit Songs in deiner Bibliothek, dazu gehören auch Cover und Remixe, die du aus eigenen Uploads machst. Für eine einzelne Melodie aus einer beliebigen Aufnahme gibt es unser kostenloses Tool Audio zu MIDI, das direkt im Browser läuft.
Mit welchen Programmen öffne ich MusicXML, MIDI und die PDFs?
MusicXML: MuseScore Studio (kostenlos), Sibelius, Dorico und Finale. MIDI: jede DAW, etwa Cubase, Ableton Live, Bitwig Studio, Logic Pro, FL Studio, GarageBand oder Reaper. Die PDFs kannst du mit jedem PDF-Programm öffnen und auf DIN A4 drucken, Partituren mit mehr als acht Notenzeilen auf DIN A3.
Sind die Noten klingend oder transponiert?
Klingend. In Partitur und Stimmen steht alles so da, wie es klingt, auch bei B- und Es-Instrumenten. Für Klarinette, Trompete oder Altsaxophon transponierst du die Stimme im Notenprogramm.
Wie genau ist die Transkription?
Gut genug als Ausgangspunkt, aber nicht, um ungeprüft damit aufzutreten. Rhythmen werden auf Sechzehntel gerundet, Swing und Triolen werden also gerade notiert; dichte Akkorde und Schlagzeug werden vereinfacht; eine getrennte Spur kann einen verirrten Ton eines anderen Instruments enthalten. Rechne mit Korrekturen, aber nicht damit, alles neu schreiben zu müssen.
Was kostet die Umwandlung in Noten und MIDI?
Noten & MIDI gibt es mit Pro und Ultra; pro Song kostet es 6 Credits. Abgezogen wird erst, wenn die Dateien fertig sind; öffnest du Noten & MIDI beim selben Song noch einmal, kostet das nichts. „Stelle neu generieren“ kostet 2 Credits. Mehr unter Preise.
Ändert „Stelle neu generieren“ den Rest meines Songs?
Nein. Der neue Abschnitt wird ins Original eingesetzt, alles außerhalb der Stelle bleibt identisch. Das Ergebnis wird als neue Version neben dem Original gespeichert. So kannst du beide Fassungen vergleichen und auch beide behalten.
Kann ich bei einem 10-minütigen Stück Minute 5 bis 7 neu generieren?
Ja, solange der gewählte Teil höchstens 2 Minuten lang ist und nicht mehr als die Hälfte des Songs ausmacht. Lange Songs werden dafür als Ausschnitt mit etwas Musik vor und nach der Stelle bearbeitet und anschließend wieder ins ganze Stück eingesetzt.
Warum beginnt mein MIDI nicht bei 0:00?
Das MIDI beginnt mit Takt 1, damit die Takte in deiner DAW stimmen. Hat ein Song ein Intro oder einen Auftakt vor der ersten Eins, zeigt Tunely in Sekunden an, wo der Song relativ zu Takt 1 einsetzt, damit du MIDI und Audio passend übereinanderlegen kannst.
Kann ich die Änderung auf Chinesisch oder in einer anderen Sprache beschreiben?
Ja. Unsere Testanweisung war auf Chinesisch: 「加入弦乐,逐渐推高情绪,速度不变」 (Streicher dazu, Gefühl steigern, gleiches Tempo). An der neuen Stelle waren die Streicher danach etwa 16 dB lauter als vorher; der Rest des Songs blieb exakt so, wie er war.